Ein schönes Wochenende, alle zusammen!

Ich hab euch ja schon länger angekündigt, dass ich dabei bin, einen Artikel über die mittlerweile gar nicht mehr so neue Schülerbewegung ,,Fridays for future“ (Deutsch: Freitage für die Zukunft) zu schreiben. Dafür wollte ich gestern mit auf eine der Demos gehen und vor Ort berichten und ein paar Demonstranten interviewen. Allerdings ist die gestrige Demo leider ausgefallen. Deshalb möchte ich diejenigen von euch, die sich vielleicht noch nicht so mit diesem Thema auseinander gesetzt haben, etwas darüber informieren.

Was ist ,,Fridays for future“ überhaupt?

Fridays for future, kurz auch FFF, ist eine Schülerbewegung, die durch Greta Thunbergs Verhalten ausgelöst wurde. Greta Thunberg ist eine 16-Jährige aus Schweden, die sich seit Langem für den Klimaschutz und eine konsequente Klimapolitik einsetzt. Dazu hat sie bereits lange Zeit die Schule geschwänzt und durch ein Schild mit der Aufschrift ,,Schulstreik für das Klima“ vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm auf die ungeheuren Missstände in Sachen Klimaschutz aufmerksam gemacht. Viele Kinder und manche Erwachsene haben sie seitdem ganz besonders unterstützt und irgendwann entstand nach Vorbild Greta die mittlerweile globale Schüler-und Studentenbewegung ,,Fridays for future“. Die Demonstranten gehen also freitags auf die Straße, um zu demonstrieren – auch bei uns in Passau. Das Besondere dabei: sie tun es während des Unterrichts, um besonders viel Aufmerksamkeit zu erregen.

Gegner der FFF

Viele Menschen sehen diese Einstellung aber äußerst kritisch an. Während in der Politik beispielsweise zahlreiche Politiker die Bewegung befürworten, spricht sich etwa besonders Christian Lindner dagegen aus. Man solle die Arbeit ,,den Profis überlassen“. Keine besonders schlaue Aussage von ihm, denn gerade die ,,Profis“ waren es, die in der Vergangenheit und auch jetzt noch keine kompetente Lösung für das große Problem gefunden haben! Es herrschen enorme Unstimmigkeiten in Sachen FFF unter den großen Politikern. Doch auch andere Menschen empfinden die Demonstrationen sehr unterschiedlich. Sind einige Schulleiter/innen sehr stolz auf ihre mutigen Schüler, so fordert etwa ein Münchener Direktor, dass die Kinder und Jugendlichen hohes Bußgeld für ihre Taten zahlen sollen. Geht man noch einmal zurück in die Politik, so wird auch hier heiß über mögliche Anzeigen oder andere Strafen diskutiert.

Lassen sich die Demonstranten davon abschrecken?

In dieser Sache sind sich fast alle Kinder und Jugendlichen einig: Koste es, was es wolle, einschüchtern lassen sie sich ganz sicher nicht! Immerhin ist es ihre Zukunft und nicht die Zukunft Anderer. Und jetzt muss sich darum gekümmert werden, nicht erst in fünf Jahren oder später.

Welche Maßnahmen man selbst ergreifen kann

Die Aussage ,,voll und ganz“ dabei zu sein, bedeutet nicht nur, sich nicht von den möglichen Folgen in Sachen Strafe und Bußgeld abschrecken zu lassen. Will man fordern, so muss man auf jeden Fall bei sich selbst anfangen, sonst bringt das ganze Protestieren nichts. Das heißt, man sollte als Demonstrant (andere Menschen natürlich auch) auf jeden Fall selbst auf die Umwelt achten. Dazu gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Ein paar davon zähle ich euch jetzt auf und vielleicht kennt ihr ja sogar die ein oder andere;-)

Weniger Fleisch – mehr Klimaschutz

Vielleicht bist du ja sowieso nicht so ein Fan von Fleisch? Dann tu etwas für dich und die Umwelt! Denn jedes Schwein und jedes andere große Tier produziert eine Menge an Gasen (na ja, ihr wisst schon;-)) und die schaden der Umwelt sehr, ebenso wie die Massen an CO2, die bei den oft sehr langen Vieh-und Fleischtransporten entstehen. Außerdem ist es sehr gesund, weniger Fleisch zu sich zu nehmen. Im Falle, dass du eh nicht so gern Fleisch isst, bitte doch mal deine Eltern, etwas anderes zu kochen. Sie werden es sicher verstehen. Aber ACHTUNG: Achte trotzdem auf eine ausgewogene Ernährung. Isst du kein oder wenig Fleisch, kannst du schnell Eisenmangel bekommen, wodurch du zum Beispiel sehr schnell frierst oder deine Nägel brüchig werden. Eisen ist auch in Hülsenfrüchten in großen Mengen enthalten – das ist ein guter Ausgleich!

Das neueste Teil von ****!

Zugegeben: Ich geh auch gern Shoppen. Und bei den meisten Jugendlichen, ganz besonders Mädchen, gilt es als eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten. Ehrlich gesagt bräuchte ich mindestens die Hälfte meiner Sachen gar nicht. Und die Textilindustrie gilt nunmal als eine der größten Feinde der Umwelt. Natürlich denkt man sofort an den weiten Weg, den die Kleidungsstücke oft von Herstellung bis Verkauf zurücklegen. Das ist ja auch richtig, denn heutzutage kommt ein Großteil der Textilien aus Ländern wie China, Bangladesch oder Indien – und das ist ein halbes Mal um die Erde! Doch am Schlimmsten sind die Bedingungen für die Arbeiter und Bewohner vor Ort. Es fängt bei den Krankheits- und Todesfällen bei den Arbeitern an, die zum Beispiel durch die hochgiftigen Chemikalien am Arbeitsplatz ausgelöst werden. Auf den Baumwollplantagen etwa wird mit gesundheitsschädlichen Pestiziden gearbeitet, um eine Jeans zu bleichen und zu färben werden ebenfalls eine Menge giftiger und teilweise krebserregender Stoffe benötigt. Und das ganze Wasser erst, das bei der Herstellung einer Jeans verbraucht wird! Die Abwässer der Textilfabriken werden ungefiltert in die Flüsse geleitet, die Menschen, die vom Flusswasser abhängig sind, werden krank und sterben. Versteht ihr jetzt, was das Problem an der Sache ist? Es hört sich so schwer an, wenn man erzählt bekommt, auf wöchentliches Shopping zu verzichten, aber das ist es nicht. Man kann zwar am Flohmarkt einkaufen, aber falls dir das zu viel sein sollte – ich kann dich beruhigen! Stell dir vor, ich kaufe mir eine lange Jeans mit weitem Schlag, weil sie grad in ist. Und als das nächste Mal die kalte Jahreszeit beginnt, merke ich, dass auf einmal alle nur noch Skinnys, also eng anliegende Hosen, tragen. Der ,,Umweltsünder“ würde nun sagen: ,,Mist! Jetzt bin ich out! Schnell zu XY und mir das angesagte Teil holen!“ Zwei Stunden später, mit dem neuen Kleidungsstück in der Hand vorm Kleiderschrank: ,,Oh, da ist ja schon alles voll! Also raus mit meiner alten Hose und ab in den Müll!“ So läuft das normalerweise. Der ,,Umweltaktivist“ sagt jetzt: ,,Ich könnte mir vielleicht die Hosenbeine enger nähen. Das Nahtmuster sieht dann auch ganz stylisch aus und ist einzigartig.“ Ich hoffe, ihr habt verstanden, was ich damit meinte. Es gibt also immer mehrere Alternativen:

(1) Überleg, ob du das gewünschte Teil wirklich brauchst!

(2) Kauf auch mal auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Läden ein! Da gibt´s auch richtig einzigartige Stücke!

(3) Kaufe ,,Faire Mode“. Diese Hersteller fabrizieren ihre Kleidung zwar auch manchmal in Ländern wie China, Bangladesch oder Indien, aber die Arbeiter arbeiten in einer sicheren Atmosphäre und für genug Lohn. Willst du der Umwelt jedoch intensiv helfen, achte lieber darauf, dass die Kleidung in Deutschland oder einem unserer Nachbarländer produziert wurde (Transportweg!!)

Strom sparen – ja bitte!

Viele Menschen glauben, dass Stromsparen nur das I-Tüpfelchen ist und eigentlich fast nichts bringt. Doch genau das ist die falsche Einstellung! Auch Greta Thunberg, von der ich euch oben schon erzählt habe, hat tatsächlich angefangen, die Umwelt zu schonen, indem sie die Lichter in ihrem Haus immer ausgemacht hat, wenn sie nicht benötigt wurden. Strom sparen könnt ihr auch, wenn ihr abends nicht euer Smartphone ans Ladekabel hängt, um es die ganze Nacht laden zu lassen, sondern es etwa zwei Stunden vorm Schlafengehen ansteckt und dann wieder absteckt. Ihr werdet sehen, es wird sich nicht komplett über Nacht entladen, jedoch solltet ihr zur Sicherheit den Flugmodus betätigen. Das spart nicht nur Strom, sondern ist auch noch in einer anderen Richtung sehr effektiv: Der Akku des Handys lässt sehr schnell nach, wenn man immer für lange Zeit das Handy ansteckt. Und das neue Handy, was ihr durch dieses Problem wahrscheinlich relativ schnell benötigt, musste auch wieder produziert und transportiert werden. Ihr seht – es hängt fast alles zusammen, was man tut;-) Das waren jetzt nur zwei Beispiele, wie man Strom sparen kann, aber euch fällt sicher auch noch was ein<3

Von Upcycling und Recycling

Recyclingverpackungen zu kaufen hört sich immer unglaublich umweltbewusst an. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die Qualität der Stoffe nimmt auch von Wiederverwertung zu Wiederverwertung immer mehr ab. Außerdem darf manchmal aus einem Produkt nicht mehr dasselbe Produkt wiederhergestellt werden, da es gegen die Hygienevorschriften verstoßen würde (zum Beispiel Lebensmittelverpackungen). Dennoch ist Recycling immer noch besser als gar nichts – ganz besonders zum Beispiel bei Papier für Schulhefte! Beim Upcycling wird ganz besonders darauf geachtet, keine zusätzlichen Materialien zu benutzen, sondern das scheinbar unbrauchbare Produkt wieder ,,aufzupimpen“. Auch bei Kleidung ist das sehr sinnvoll. Tragen etwa alle auf einmal diesen einen unglaublich angesagten Schnitt von einem Schal und du möchtest der Umwelt nichts Böses tun, dann schau doch nochmal in deinen Schrank. Da ist dieser eine widerliche Strickpullover, den du dir – weshalb auch immer – irgendwann einmal gekauft hast und nie wieder anziehen willst. Trenn ihn doch einfach auf und strick dir aus der Wolle diesen einen angesagten Schal. Wenn du in Sachen Handarbeit nicht besonders gut bist, bitte doch jemanden aus deiner Familie oder deine beste Freundin, dir zu helfen! Deine Freunde werden sich wundern, wo du das Teil her hast, wenn nicht von da, wo alle es kaufen! Um euch Lesern Upcycling etwas näher zu bringen, werden wir irgendwann nach den Ferien womöglich innerhalb der Redaktion einen Upcycling-Workshop veranstalten. Natürlich würden wir euch hier dann in dem Fall eine Bilderstrecke davon bereitstellen;-)

So, das waren die wichtigsten Tipps, wie ihr die Umwelt am besten schonen könnt. Natürlich dürft ihr nie vergessen, dass es auch noch ganz viele andere Möglichkeiten gibt, zum Beispiel nicht so häufig in den Urlaub zu FLIEGEN oder auch mal bei schönem Wetter mit dem Fahrrad von A nach B zu fahren. Generell muss aber jeder für sich selbst wissen, in welcher Hinsicht und wie sehr er sich für die Umwelt einsetzt. Ihr müsst nicht alles Aufgezählte praktizieren, sondern das, was ihr am Liebsten tun würdet. Wenn der eine oder andere oben genannte Tipp euch angesprochen hat, perfekt. Fangt so schnell wie möglich damit an, ihn durchzusetzen, denn der Klimawandel wartet nicht…

Ich hoffe, ich konnte euch informieren und weiterhelfen. Bis zum nächsten Mal<3

LG Anna